Der Standplatz für deine Beute(n)

"Wo stelle ich meine Beute(n) auf", fragt sich fast jeder Anfänger oder Bienenhalter, der sich vergrößern möchte.

Sollte ein eigener Garten oder größeres Grundstück vorhanden sein, geht es nur noch um die optimale Aufstellsituation. Und Bienen im eigenen Garten zu halten ist viel unkomplizierter, als sich das viele vorstellen.

 

Wenn kein eigener Garten oder Grundstück vorhanden ist, muss ein alternativer Ort gefunden werden (Freunde, Gemeinde).

Zuerst ein paar allgemeine Tipps, damit sich die Bienen wohl fühlen...

 

  • Die Fluglochausrichtung sollte idealer Weise so gewählt werden, dass das Flugloch nicht zur Schlechtwetterseite zeigt (das ist tendenziell eher Norden oder Westen) und morgens die Chance auf etwas Sonne hat (Osten/Süden), so haben die Bienen einen guten Start in den Tag und ein Schlagregen prasselt nicht direkt in das Flugloch.

  • Das Volk sollte stabil auf einer Palette oder einem Unterbau stehen und für die Arbeiten am Bienenvolk frei zugänglich sein. Bitte bedenken, dass Herbststürme kräftig sein können und ein Umfallen der Beute in der Regel den Verlust des Volkes bedeutet.

  • Die Bienen nicht in den Vollschatten stellen; im Hochsommer wäre eine ständige Sonneneinstrahlung jedoch ungünstig. Bäume bieten hier oft gute Möglichkeiten, die Bienen unter dem Baum perfekt aufzustellen.

  • Wenn kein Teich, See oder Bach in der Nähe ist, freuen sich die Bienen über eine Bienentränke.

  • Ganz wichtig: Beuten nicht einfach umstellen, denn die Bienen würden nicht zurückfinden.

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Bienen im eigenen Garten haben einen riesigen Vorteil: man ist immer live dabei und kann seine Bienen beobachten. Gerade für Familien  mit Kindern ist das eine Möglichkeit, hautnah am Tagesablauf der Bienen teilhaben zu können!

Bienenvölker im Garten sind weit weniger kompliziert, als sich das viele vorstellen können. Wir haben selber zwei unserer Völker in einem recht kleinen Garten, den sich die Bienen mit drei Kindern, Meerschweinchen und einem Hund teilen - also alles kein Problem.

Ein paar Dinge sollte man zusätzlich beachten:

 

  • Im eigenen und vor allem dem Interesse der Bienen, sollte der Platz so ausgewählt sein, dass sich die (Flug-) Wege der Bienen und die der menschlichen Bewohner nicht kreuzen. Bienen sind in aller Regel friedfetrtig und greifen nur an, wenn Sie unbedingt müssen. Wer z.B. bei gewittrig-schwülem Wetter meint, direkt vor dem Flugloch der Bienen zu arbeiten oder spielen, der kann durchaus Opfer eine Präventivangriffs werden - wichtig: auch Bienen warnen meistens vor, so dass man sich zurückziehen kann.

  • Kinder im Garten sind kein Problem, im Gegenteil: meistens sind sie fasziniert von den kleinen Insekten. Sie verstehen ganz genau, dass man Bienen nicht stören sollte. Daher die Beute so aufstellen, dass nicht ständig Bälle dagegenstoßen - das würde die Bienen erheblich stressen.

  • Bienen fliegen sehr schnell aus dem Flugloch heraus und auch wieder zurück. Mit einem einfachen Trick kann man die Flugbahn der Bienen steuern: im Abstand von mind. 2 Metern baut man ein Hindernis (Holzwand, Hecke) auf, die Bienen werden dieses Hindernis überfliegen und bleiben auf dieser Höhe. Mit dieser Maßnahme überfliegen die Bienen Terassen, Laufwege und Nachbars Garten und niemand wird gestört.

  • ...und noch ein Klassiker. Oft hört man, dass Bienen im Garten die Kaffeetafel oder Grillabend überfallen würden, das ist natürlich Unsinn. Bienen gehen ausschließlich auf Blüten, Honigtau und Pflanzensäfte (selten) und sind weder an Kuchen noch Fleisch interessiert -  ganz im Gegensatz zu Wespen, die sich gerne daran bedienen.

Streit mit den nachbarn vermeiden

Grundsätzlich darf jeder in seinem Garten Bienen halten, sofern die Nachbarn nicht "wesentlich beeinträchtigt" werden und eine solche (Kleintiert-) Haltung ortsüblich ist (§ 906 BGB). Was tatsächlich eine wesentliche Beeinträchtigung ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Die Rechtsprechung entscheidet meistens großzügig im Interesse des Bienenhalters und lässt zum Beispiel das Überfliegen von Nachbars Garten, Summen der Bienen, Schwärmen etc. nicht als wesentliche Beeinträchtigung gelten.

Wer also zwei bis drei Beuten im Garten stehen hat, hat nichts zu befürchten.

Um Ärger zu vermeiden, hilft wie immer ein klarer Verstand und Kommunikation mit dem Nachbarn:

  • Fragt euren Nachbarn, ob er mit den Bienen einverstanden ist, hört euch Bedenken an und räumt diese aus.

  • Stellt die Beute so auf, dass das Flugloch nicht in Richtung des Nachbargrundstücks zeigt. Falls es nicht anders geht, sorgt für ein Hindernis (s.o.).

  • Bedankt euch bei eurem Nachbarn hin und wieder mit einem Glas Honig, das kommt (fast) immer gut an.

...und noch zusätzliche Hinweise, wenn die Bienen im eigenen Garten stehen: