Die Bienenwohnung einrichten - die Rähmchen

Auch das Thema Rähmchen ist Eines, bei dem man von 5 Imkern mindestens 6 Meinungen hören kann ;o). In der Vergangenheit hat man versucht, die Rähmchenmaße zu standardisieren. Das ist jedoch vor allem aus einem Grund nicht gelungen: Jeder Bienenfreund hat seine eigene Vorstellung und Vorliebe, wie er arbeiten möchte und welche Rähmchen er einsetzt.  

 

Der Kern der Diskussion dreht sich vor allem darum, ob man normale oder modifizierte Rähmchen verwendet, bzw. solche mit Hoffmann-Seitenteilen - sogennante Hoffmann-Rähmchen - oder Polsternägel (auch Seitenabstandsstifte) als Abstandshalter einsetzt.  Das Thema ist für den Einsteiger etwas verwirrend und wie immer ist es den Bienen relativ egal, auf welchen Rähmchen sie sitzen. Für den Imker kann es jedoch eine wichtige Entscheidung sein, welche Rähmchen er verwendet. Aus diesem Grund muss sich auch jeder Einsteiger für ein Rähmchenmaß - oder besser Art -  entscheiden.

Wir zeigen hier nicht die ganze Diskussion auf, sondern beschränken uns am Beispiel Dadant auf die folgenden Fragen:

  • Was ist der Unterschied zwischen normalen und modifizierten Rähmchen?

  • Was sind Hoffmann-Rähmchen?

  • Welchen Vorteil haben Polsternägel?

  • Was gibt es für den Start noch zu beachten?

 

Solltet Ihr noch Fragen haben, stellt diese bitte in

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Was ist der Unterschied zwischen normalen und modifizierten Rähmchen?

Der Unterschied zwischen normalen und modifizierten Rähmchen ist, dass die modifizierten Rähmchen in der Regel einen schmaleren Unterträger im Vergleich zum Oberträger haben. Der Oberträger ist im oben gezeigten Bild der Bereich, an dem der Imker die Wabe festhält.

Die Vorteile der modifizierten Variante sollen u.a. sein:

 

  • weniger Überbau (sogenannter Wildbau) - Das heißt, dass die Bienen die Oberträger weniger mit Wachsbrücken im Wildbau überbauen und so bei der Durchsicht weniger Arbeit durch entfernen der Wachsanbauten anfällt.

  • bessere Durchsicht in Bezug auf Schwarmzellen - die Schwarmzellen (Spielnäpfchen, Nachschaffungszellen) treten vermehrt im unteren Bereich auf und sind so - vor allem beim Kippen der Beute - einfacher zu erkennen.

Die Nachteile der modifizierten Variante seien hingegen u.a.:

 

  • ein höherer Preis.

  • bei einer Überwinterung auf zwei Zargen (nicht Dadant) eine unnötige Barriere durch die breiteren Oberträger, die die Bildung der Winterkugel beeinträchtigen sollen.

Auch hier ist eines ganz wichtig: mit allen Rähmchenmaßen wird erfolgreich geimkert, d.h. dass eine pauschale Aussage, was richtig oder falsch wäre, einfach nicht objektiv ist - es geht vor allem um Vorlieben in der Betriebsweise. Ideal ist, wenn man sich vor der Anschaffung im Verein oder bei einem erfahrenen Kollegen verschiedenen Systeme ansehen kann und dann entscheidet.

Wenn Beuten bestellt werden, unbedingt darauf achten, dass die mitbestellten Rähmchen passen. Ein guter Shop/Hersteller erkennt einen Fehler in der Bestellung. Es schadet aber auch nicht, einfach nachzufragen, wenn man sich nicht sicher ist!

Den richtigen abstand schaffen - Hoffmann-Seiten und Polsternägel

Viel diskutiert wird in der Imkerschaft, ob denn nun Hoffmann-Seiten (auch Hoffmann-Schenkel) oder eine andere Abstandsregelung wie die Polsternägel besser sind.

 

Aber warum eigentlich Abstand halten? Bienen sind wahre Baumeister, die oft in unglaublicher Geschwindigkeit perfekte Wabenbauten in den Rähmchen errichten. Stimmt aber der Abstand zwischen den Rähmchen/Waben nicht, dann bauen die Bienen kreativ drauf los. Was für die Bienen schlicht eine Optimierung ihres Wabenbaus darstellt, ist für den Imker ein Problem: er kann die Rähmchen nicht mehr bewegen oder ziehen und muss sich erst den Zugang freischneiden - für die Bienen und den Imker sehr lästig.

Und wieder helfen uns die Bienen, dieses Problem zu lösen, denn in ihrem genetischen Bauplan ist festgelegt wie sie bauen und wie viel Platz sie zwischen den Waben im Idealfall benötigen: wir sprechen hier vom sogenannten Bienenabstand, bzw. bee space. Lorenzo L. Langstroth hat im Jahr 1851 die Zusammenhänge in Bezug auf den bee space entdeckt.

Der bee space definiert also die Distanz im Bienenstock, die von den Bienen weder verbaut, noch mit Propolis verkittet wird. Dabei werden zu große Abstände mit Bienenwachs verbaut, zu kleine mit dem Kittharz Propolis verkittet.

An folgenden Distanzen können wir uns orientieren:

  • 8 mm (+/-2 mm) sind der ideale Bienenabstand von den Rähmchen zur Beutenwand, bzw. zwischen den Rähmchen auf übereinander gestellten Zargen.

  • 35 mm sind der ideale Wabenabstand und wird von Wabenmitte zu Wabenmitte gerechnet. Bei Einhaltung dieser Distanz erhält man einen idealen freiligenden Raum zwischen den Waben, die sogenannte Wabengasse.

Hoffmann-Seiten oder eine andere Abstandsregelung wie die Polsternägel helfen also, diese Distanzen einzuhalten.

Rähmchen Hoffmann-Schenkel

Hoffman-Seiten

  • Auf dem linken Bild (Ansicht von oben auf die Zarge) ist deutlich zu erkennen, wie die Schenkel der Rähmchen angeordnet sind.

  • Jedes Rähmchen verfügt auf beiden Seiten über einen Schenkel als Abstandshalter.

  • Die Schenkel sind entsprechend lang (rechtes Bild)

Rähmchen Hoffmann-Schenkel

Abstand der Rähmchen und der bee space sind durch die Schenkel optimal vorgegeben, die Rähmchen müssen nicht mit zusätzlichen Abstandshaltern versehen werden.

Hauptkritikpunkt ist die Gefahr der Quetschung von Bienen: werden die Rähmchen in der Beute verschoben, können durch die langen Schenkel Bienen unbeabsichtigt gequetscht werden. Daher muss man besonders vorsichtig sein und sicherstellen, dass keine Bienen auf den Schenkeln sitzen und die Rähmchen besonders langsam bewegt werden. Dieser Grund war ausschlaggebend dafür, dass wir unsere Völker auf Rähmchen mit Polsternägel umgestellt haben.

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Rähmchen mit Polsternägeln

  • Auf dem linken Bild (Ansicht von oben auf die Zarge) ist deutlich zu erkennen, wie die Polsternägel punktuell für abstand sorgen.

  • Jedes Rähmchen verfügt jeweils nur rechts, aber auf beiden Seiten, über Polsternägel; daher können die Rähmchen flexibel gedreht werden (siehe Bild unten).

  • In der Zarge wird ein Polsternagel als Abstandshalter angebracht.

Abstand der Rähmchen und der bee space sind durch die Polsternägel ebenfalls optimal vorgegeben, die Rähmchen müssen jedoch vom Imker mit den Polsternägeln versehen werden, was ein zusätzlicher Aufwand darstellt.

Durch die sehr kleine, punktuelle Auflagefläche der Polsternägel wird die Gefahr der Quetschung von Bienen deutlich reduziert.

Polsternägel und Positionierung an dem Rämchen

bei der Verwendung von Polsternägeln, bzw.  Seitenabstandsstiften empfehlen wir 7 mm Nägel.

Diese werden dann - wenn das Rähmchen vor einem liegt - nur rechts jeweils in Höhe des Oberträgers und unten mit ca. 5 cm Abstand vom Unterträger eingeschlagen.

Polsternägel
Rähmchen mit Polsternägeln

Und wieder einmal: die Qual der Wahl!

Noch einmal: euren Bienen wird es egal sein, welche Rähmchen und Abstandhalter ihr verwendet. Es gibt auch weitere Abstandhalter aus Kunstoff, Metall, Holz usw. ....

Überlegt euch einfach, was sympathischer erscheint und wie ihr euch vorstellen könnt zu arbeiten, informiert euch bei eurem Imkerverein und Kollegen.

In Bezug auf Dadant mit den kürzeren Honigräumen nutzen wir übrigends Beutenreiter aus Holz, aber dazu mehr, wenn es um die Hoinigräume geht!

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